Wolfausläuten
Kaikenried
seit 09.11.1978

09 & 10. November 2019
Brauchtum und Tradition in Kaikenried

Termine 2019

Offiziell seit dem 09. November 1978 in Kaikenried *

* Kaikenried, im Zentrum des Bayerischen Waldes, zwischen dem Pfahl und dem schwarzen Regen an den Hängen des Hallerbergs mit dessen höchsten Punkt, dem Berliner Kreuz (683 m) und des Hohen Kreuz (609 m) liegend.
Breitengrad: 49.0137088, Längengrad: 13.0292543

Terminplan 09/10.11.2019

Abweichungen von bis zu 30 Minuten sind durchaus nicht unüblich

Samstag, 09.11.2019

Sonntag, 10.11.2019

  • 15:30 Uhr: Treffpunkt Gasthaus Danzer "Zum Kirchenwirt"
  • 16:30 Uhr: Abfahrt nach Bärmannsried
  • 18:30 Uhr: Weiterfahrt zur GutsAlm Harlachberg in Bodenmais
  • 20:30 Uhr: Weiterfahrt zur Gasthaus/Pension Weghof in Böbrach/Auerkiel
  • 22:30 Uhr: Rückkehr Gasthaus Danzer "Zum Kirchenwirt"

Jung und Alt beim Wolfausläuten - Wolfauslassen

Wolfausläuten - Wolfauslassen
Heida

früherer Spruch

Hut

Begriffsbestimmungen

Wolf

Die Gruppe der Wolfausläuter (meistens aus einem Dorf) wird als "Wolf" bezeichnet.

Flachschelle

Die Standard-Glocke aus dem Bayerischen Wald, rechteckige Form, bei größeren Glocken nach unten etwas auseinanderlaufend, mit dumpfen Klang

Froschmaul

Runde, bauchige Glocken, wie sie aus dem Alpenraum bekannt sind, mit hellem Klang

Schwengel

Der Klöppel im Inneren der Glocke wird beim Wolfausläuten als Schwengel bezeichnet.

Hirte (Hiarta / Heijta)

Der Anführer des Wolfes, der den Takt und die Bewegungsabläufe vorgibt, er ist zudem Chef und Organisator.

Geisel

Goaßl

Peitschenähnlicher Strick mit Griff. Im Unterschied zur Peitsche ist der Griff kürzer und der Strick dicker und länger. Am Ende des Stricks befindet sich der "Batscher".

Batscher

Separates Endstück der Goaßl, dass mit einem Knoten am Strick als Verlängerung verbunden ist. Besteht aus Leder oder Kunstfaser und ist geflochten. Dadurch entsteht der laute Knall.

Goaßlschnoizen

So wird das Schwingen der Goaßl bezeichnet, bei der man mit einer schnellen Drehbewegung des Oberkörpers und des Arms versucht, einen lauten Knall zu erzeugen. Der Bewegungsablauf wird mehrfach wiederholt.

Riegeln

Eine spezielle Form des Läutens, in dem die Glocke so geschüttelt wird, dass der Schwengel in schneller Abfolge gegen die Glockenwand schlägt

Glocke

Riegler

Wenn der Wolf gemeinsam riegelt. Gerne wird ein Riegler auch als Dank für den Gastgeber durchgeführt.

Doppelschlag

Eine Tonfolge, bei der die Glocke mit den Armen hochgehoben wird und dann nach unten fällt. Die Glocke federt nochmal etwas zurück. Dabei schlägt der Schwengel zweimal an.

Krawenter

Wacholderzweige. Diese werden in Kaikenried traditionell am Hut der Wolfausläuter befestigt. Es wird dabei nur ein Zweig angesteckt. In anderen Orten nimmt man stattdessen Fichten- oder Tannenzweige und mancherorts wird der Hut rundum damit geschmückt.


Tragen

Technisches

Trageweise:

Im Viechtacher Raum werden die Glocken mit dem Gurt vorwiegend um die Schultern getragen. Im Regener Raum werden sie stattdessen um die Hüfte geschnallt. Dadurch unterscheidet sich auch die Technik beim Läuten.

Klang:

Durch Kombination von Flachschellen und Froschmäulern kann viel varriert werden, weshalb ein sehr abwechlungsreiches Klangbild entsteht.

Glockengrößen:

In Kaikenried finden sich fast alle Glockengrößen von 10-20 cm bei den Jüngeren, 30 - 45 cm große Glocken sind im mittleren Bereich. 50 - 80 cm sind die großen Glocken. Größere Glocken als 80 cm werden in Kaikenried nicht verwendet.

Läuten

Bauweise:

Ältere Flachschellen sind kleiner und geschmiedet, meist aus Stahl oder Messing. Flaschschellen neuerer Bauart bestehen aus lackierten oder galvanisierten Stahlblech dass zusammen genietet und geschweißt wurde, in den Stärken 2 bis 4 mm. Froschmäuler sind grundsätzlich geschmiedet. Der Gurt ist aus Leder, oftmals geschmückt, ca. 5 - 12 cm breit. An einigen Gurten sind die Namen der Besitzer eingestickt. Bei anderen ist der Name in die Gurtschnalle eingraviert.

Unterschied: Wolfausläuten - Wolfauslassen

Die Begrifflichkeiten unterscheiden sich, nicht so sehr die Ausübung des Brauches. Beim Wolfausläuten wird ganz allgemein auf das Verscheuchen des Wolfes oder des Wolfsrudels verwiesen. Der ältere Begriff "Wolfaustreiben" meint dahingehend das Gleiche. Wolfauslassen meint dagegen etwas spezifischer, dass der Wolf den Wald wieder verlassen kann, da das Weidevieh wieder in den Ställen und damit in Sicherheit ist. Auch hier ist es wieder so, dass der Begriff "Wolfausläuten" mehr im Viechtacher Raum, der des Wolfauslassens mehr im Regener Raum zu finden ist.


Wolfausläuten 2018

with from Fritz Bielmeier

Kontakt

Haijda


Josef Wittenzellner jun.
Kaikenried

Ort


Gasthaus Danzer "Zum Kirchenwirt"
Kaikenried

E-Mail


info[at]wolfauslaeuten.de

Vielen Dank